
Auffindbarkeit
Teil von Wie verbessert man die Auffindbarkeit einer Website für Suchmaschinen?
Auffindbarkeit verbessern: Google Search Console oder Bing Webmaster Tools im Vergleich
Google Search Console und Bing Webmaster Tools im Vergleich: Indexabdeckung, Leistungsdaten, URL-Prüfung, API-Zugang und die Unterschiede der Datenbasis.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Beide Tools decken Indexabdeckung, Leistungsdaten, URL-Prüfung und Schnittstellen ab.
- Die Search Console liefert Google-Daten, Bing eigene Werte aus dem Bing-Index.
- Indexzahlen weichen ab, weil beide Suchmaschinen getrennt crawlen und bewerten.
- Die URL-Prüfung arbeitet in beiden Diensten ähnlich, mit unterschiedlicher Detailtiefe.
- Ein Datenimport läuft nur von Google zu Bing, nie in die Gegenrichtung.
Funktionsvergleich in der Tabelle
Die Übersicht ordnet die vier Kernfunktionen ein, auf die es bei der Auffindbarkeit ankommt.
Google Search Console
- Indexabdeckung
- Bericht zur Seitenindexierung mit Statusgruppen
- Leistungsdaten
- Klicks, Impressionen, CTR, Position je Suchanfrage und Seite
- URL-Prüfung
- Indexstatus, Crawling, gerendertes HTML
- Schnittstellen
- Search Console API für Daten und Sitemaps
Bing Webmaster Tools
- Indexabdeckung
- Index Explorer mit Site- und Verzeichnisansicht
- Leistungsdaten
- Klicks, Impressionen, Position je Suchbegriff und URL
- URL-Prüfung
- Indexstatus, Crawling, Indexierbarkeit
- Schnittstellen
- Webmaster-API für Daten und URL-Einreichung
Indexabdeckung: zwei getrennte Indizes
Google und Bing betreiben eigene Indizes. Eine Adresse kann bei Google indexiert sein und bei Bing fehlen, umgekehrt genauso. Der Bericht zur Seitenindexierung nennt je Statusgruppe die Zahl betroffener URLs samt Beispieladressen.
Die Statusmeldungen sind sprechend. "Gefunden, zurzeit nicht indexiert" heißt, dass Google die URL kennt, sie aber nicht ausliefert. "Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert" bedeutet, dass die Analyse abgeschlossen ist.
Auch Ausschlüsse zählen: "Durch noindex ausgeschlossen", "Alternative Seite mit kanonischem Tag" oder "Umleitung". Jede Gruppe lässt sich öffnen und als Liste exportieren.
Bing zeigt den Indexstatus im Index Explorer, wie die Dokumentation der Bing Webmaster Tools beschreibt. Dort prüfen Sie ganze Verzeichnisse, filtern nach Statuscode und vergleichen Pfade einer Domain.
Ein Beispiel: Meldet die Search Console 4.200 indexierte URLs einer Domain und Bing 2.900, ist das kein Fehler. Beide Werte sind Momentaufnahmen mit eigenem Crawling-Budget.
Leistungsberichte: die Datenbasis unterscheidet sich
Der Leistungsbericht der Search Console zeigt Klicks, Impressionen, CTR und durchschnittliche Position. Er trennt nach Suchanfrage, Seite, Land, Gerät und Suchtyp.
Bing liefert vergleichbare Kennzahlen für die eigene Suche. Die Summen fallen kleiner aus, weil das Suchvolumen geringer ist. Vergleichen Sie deshalb Verhältnisse und Trends, nicht absolute Werte.
Auf Wunsch übernehmen die Bing Webmaster Tools Daten aus der Search Console. Danach stehen Google- und Bing-Werte in einer Oberfläche nebeneinander.
Achten Sie auf die Skalen: Ein Zuwachs von 100 auf 130 Klicks ist ein Plus von 30 Prozent. Bei Bing entsteht derselbe Zuwachs auf kleinerer Basis und schwankt stärker.
URL-Prüfung: Indexstatus einzelner Adressen
Die URL-Prüfung beantwortet die Frage, ob eine einzelne Adresse im Index liegt. Das URL-Prüftool der Search Console zeigt zusätzlich das gerenderte HTML, die HTTP-Antwort und blockierte Ressourcen.
Bing prüft denselben Sachverhalt über die URL inspection und den Index Explorer. Beide Dienste geben an, ob eine Seite indexierbar ist oder ob eine Anweisung sie ausschließt.
Für die Fehlersuche zählt die Detailtiefe. Rendering-Probleme durch blockierte Skripte fallen in der Search Console schneller auf. Bing zeigt den Indexstatus knapper.
API-Zugang: Daten automatisiert abrufen
Beide Anbieter stellen Schnittstellen bereit. Über sie rufen Skripte Leistungsdaten ab, reichen Sitemaps ein und melden einzelne URLs zur Indexierung an.
Der Zugang läuft bei Google über ein Cloud-Projekt mit Authentifizierung, bei Bing über einen API-Schlüssel im Konto. Beide Wege eignen sich für wiederkehrende Auswertungen.
Tägliche Abfragen ergeben Zeitreihen. Erst über Wochen und Monate lassen sich Ausreißer von Trends trennen, etwa ein kurzer Einbruch der Impressionen nach einem Relaunch.
Betrieb: Routine für beide Tools
Zwei Tools bedeuten zwei Datenquellen und zwei Prüflisten. Der Aufwand steckt weniger in der Einrichtung als in der Kontrolle nach Releases.
Routine für beide Tools
- Wöchentlich neue Statusgruppen im Indexbericht beider Dienste prüfen.
- Monatlich Klicks, Impressionen und Position je Landingpage vergleichen.
- Nach jedem Release die wichtigsten URLs einzeln prüfen.
- Quartalsweise Daten über die Schnittstellen exportieren und archivieren.
Fehlt die interne Kapazität, übernehmen Agenturen Auswertung und Bericht. Der BVDW-Agenturvergleich ordnet Kosten und Leistungen von SEO-Agenturen gegenüber Inhouse-Teams ein.
Häufige Fragen
Ersetzt die Search Console die Bing Webmaster Tools?
Nein. Sie enthält ausschließlich Google-Daten. Für Bing brauchen Sie ein eigenes Konto samt Domainbestätigung.
Welches Tool zeigt mehr Suchanfragen?
Die Search Console, weil das Google-Suchvolumen größer ist. Bing zeigt weniger Anfragen, dafür teils andere, weil sich die Nutzergruppen unterscheiden.
Wie oft sollte ich die Indexberichte prüfen?
Nach jedem größeren Release und danach monatlich. Ein Blick auf neue Statusgruppen reicht meist, um Fehler früh zu erkennen.
Lassen sich Bing-Daten in die Search Console importieren?
Nein. Der Import läuft nur von Google zu Bing, umgekehrt fehlt die Funktion.


